Guten Abend zusammen!
Montag, der 19. Juli 2010 - es ist Hochsommer in Deutschland und in allen Bundesländern außer Baden-Württemberg und Bayern sind Sommerferien... Pünktlich ist der ICE 883 um 15.47 Uhr in Hamburg-Altona gestartet und fahrplantreu auf die Minute genau in Hannover Hbf am Gleis 3 zum Halten gekommen. Die Weiterfahrt wird nach dem dreiminütigen Bahnsteighalt um 17.26 Uhr erfolgen. Bei immer noch 27 Grad Celsius Außentemperatur ist der klimatisierte Führerstand nicht der schlechteste Ort zum Verweilen. Ziel des Zuges ist München Hbf, die Schicht des Hamburger Triebfahrzeugführers auf diesem Zug endet allerdings bereits in Fulda - von dort geht es dann für ihn wieder zurück in den Norden, aber das ist eine ganz andere Geschichte...
Der Blick aus dem Führerstand macht zunächst einsam, aber in weniger als einer Minute kehrt Leben in den Hauptbahnhof der niedersächsischen Landeshauptstadt ein.
Ein kurzer Arbeitszug strebt auf den Durchfahrtgleisen in Richtung Abstellbahnhof Hannover Pferdeturm (Vorbildfoto) und dabei dröhnt und scheppert es gewaltig! Die Diesellok blickt im Jahr 2010 bereits auf eine abwechslungsreiche 47-jähhrige Lebensgeschichte zurück und gehört dennoch auch im zweiten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends noch nicht zum alten Eisen (Vorbildfoto). Im Hintergrund ist noch ein Metronom-Nahverkehrszug zu erkennen, der auf seiner Fahrt von Uelzen nach Göttingen eine Verschnaufpause von immerhin 22 Minuten in Hannover Hbf einlegt.
Seinem Kollegen im Metronom-Steuerwagen der Gegenrichtung werden nur 14 Minuten Aufenthalt zugebilligt. Dessen Schublok 146 535 weist seit Mai 2010 eine besondere Beklebung auf, mit der auf die Rizzi-Ausstellung (James Rizzi war ein amerikanischer Pop-Art-Künstler) in Bremen hingewiesen wird. Auch noch im Jahr 2011, ein Jahr nach dem Ausstellungsende, präsentierte sich diese Lok in der farbenfrohen Aufmachung. Die Metronom-Züge jener Relation verkehren in 201 im Regelfall mit sechs Waggons, wobei lediglich der Steuerwagen und der darauf folgende Waggon mit Fahrradabteil Tiefeinsteige aufweisen. Für die Simulation fehlen optisch passende Hocheinsteiger und so wurden diese durch weitere Tiefeinsteiger ersetzt. Links im Bild verlässt gerade eine S5 in Richtung Hameln den Bahnhof. Mit dieser beschäftigen wir uns im folgenden Bild, denn mittlerweile wurden die ICE-Türen geschlossen und der Abfahrauftrag ist erteilt - der ICE 883 kommt ins Rollen.
Der Vorsprung der S-Bahn schmolz schnell dahin - am Bahnhof Hannover Bismarckstr. wird sie mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h überholt. Anlässlich der Weltausstellung Expo 2000 wurde das S-Bahn-Netz Hannover Ende Mai 2000 in Betrieb genommen. Im Jahr 2010 konnte der zehnte Geburtstag gefeiert werden und man beklebte deshalb die Züge mit einem bunten Luftballon-Signet (Vorbildfoto) im Bereich zwischen Führerstand und Fahrgastraum.
Mit nun 160 km/h wird der Bahnhof Hannover-Wülfel passiert. Reisezüge halten dort nicht, vielmehr dienen die Gleisanlagen als "Stauraum", wenn beispielsweise ein Zug im Rangierbahnhof Seelze noch nicht aufgenommen werden kann. Im Bild ist ein Autotransportzug der Firma ARS Altmann AG zu sehen, den die 241 004 der Hector Rail am Haken hat. Der Triebfahrzeugführer nimmt gerade seine wohlverdiente Pause und sollte dabei nicht gestört werden. Anschließend wird er den Zug bis nach Bremerhaven befördern, damit die transportierten Neuwagen dort verschifft werden.
Gerade hat eine S4 den Bahnhof Hannover Messe/Latzen verlassen. Geographisch wohl etwas fragwürdig: Die ostwestfälische Stadt Minden (S4) und das oberbayerischen Garmisch-Partenkirchen (ICE 883) trennen nur wenige Meter… 
Bei Rethen (Leine) wird noch zügig ein Kesselwagenzug überholt, der über die Nord-Süd-Altbaustrecke schleichen wird. Vor dem ICE 883 hingegen liegt nun ein Galopp auf der Schnellfahrstrecke, um den nächsten Halt Göttingen zu erreichen.
Gruß EGZ