Die Bahn in Deutschland - heute

  • Hallo,


    habe gerade einen Frühlingsspaziergang entlang der Strecke Dresden - Chemnitz unternommen, und was man dort sieht, erzeugt bei mir nur Kopfschütteln.


    Diese Strecke ist seit über 40 Jahren elektrifiziert, und was fährt dort? BR 612 und Desiro! Da quält sich so eine 612er Feile mit 45-50 km/h und einem Heidenlärm die Rampe nach Edle Krone hoch.


    Bitte bitte liebe Ölkonzerne, macht das Öl teurer, damit Deutschland zur Vernunft kommt! :twisted:


    Damit ich nicht falsch verstanden werde: ich sehe den schwarzen Peter nicht allein bei der Bahn, sondern vor allem bei der Politik, die es seit 20 Jahren nicht hinbekommt, den Lückenschluß in der Elektrifizierung nach Hof zu vollziehen. Jetzt werden etliche Fernverbindungen nach Dresden gestrichen, so daß sogar unsere CDU-Oberbürgermeisterin protestiert, und das will schon was heißen. :!:


    Macht nur so weiter!


    Cris

    Straßenbahn fährt mit Licht.
    Straßenbahn stinket nicht.

    Edited 2 times, last by Cris ().

  • Hallo Cris


    ich verstehe es schon seit langen nicht mehr bei der Bahn.


    IC Züge nur noch 5 Wagen mit Lok und Stw.


    ICE Züge nur noch ein 7 teiliger Zug zu fast allen Zeiten, sodass sich alle reindrängen müssen (hab ich letztes jahr im Sommer erlebt auf der ICE Fahrt von Erfurt nach Dresden). Um ein doppel ICE (7 teiliger Zug mit 5 teiligem Zug) zu erwischen, muss man schon Glück haben, oder Wagenstandsanzeiger studieren.


    soviel zum FV. Da fährt in Mitteldeutschland keener mit Diesel.


    Nun zum NV


    Fast ausschließlich Dieseltriebzüge mit Ausnahme der elektrifizierten Magistralen.
    Lok bespannte Züge im NV nur noch kleiner Teil, betrifft eigenlich fast nur noch Regionalbahnen, zumindest hier in Thüringen. Hier in Thüringen alle RE Züge nur mit Dieseltriebwagen miz 612er und 642er.


    Dann modernisiert die Bahn im großen Rahmen ihre veralteten Dieselloks und verschrottet sie hinterher. Ich sag da nur Diesellok Baureihe 229 alias Edel U-Boot.


    Wenn ich das Geld hätte, hät ich mein EVU, dann gäbe es richtigen Verkehr. Nicht solche Triebwagen Kleckereien wie bei der Bahn.


    grüße Johannes

  • Quote from "sachsenlok"

    soviel zum FV. Da fährt in Mitteldeutschland keener mit Diesel.

    Doch, die 612er befahren die FV-Relation Dresden-Nürnberg.


    Grüße Cris

  • Hallo Cris


    die Strecke mag zwar ne FV Relation sein. Aber die 612er sind dort ja zum Regionalverkehr "degradiert" und fahren auch nur noch Regionalverkehr ;)


    Die Zuggattung "IRE" zählt zum Regionalverkehr und war ehemals ein Fernvekehrszug bis 2006. Die Gattun IRE enstand aus dem Interregio.


    Aber der IC Dresden-Nürnberg via Chemnitz, Plauen, Hof gibts doch schon lang nich mehr.


    Die Strecke bin ich mit den 612er immer als NV Leistung gefahren.


    grüße Johannes

  • Hallo zusammen,


    komplexes, immer wiederkehrendes Thema. DAS ist Kapitalismus! Die Macht des Kapitals, und ohne Zügel entwickelt es sich eben zügellos.


    Wer Marx gelesen hat, für den ist diese Entwciklung vorhersehbar gewesen. Auch hatten wir dies alles schon mal - zu Beginnder indutriellen Revolution! Kapital hat nur einen Sinn - sich zu mehren. Diese Mehrung, den Mehrnutzen daraus zu nutzen und die schädlichen Nebenprodukte zu kanalisieren und das Positive dem Allgemeinwohl zur Verfügung zu stellen, das war und ist schon immer Aufgabe der herrschenden Klasse, also umgangssprachlich der Volksvertreter. Diese reguliernde Rolle, wie sie gemäß Grundgesetz (eine ordentliche verfassung laut Präambel bis 1990 haben wir ja nicht) der Regierung zukommt, wird seit Jahren immer weniger ausgeübt, da Politik, Lobby und Wirtschaft so stark miteinander verwoben sind, daß man zurecht von einer Einheit reden kann.


    Die Bahn folgt nun nicht mehr dem Ziel des Allgemeinwohls, denn diese Verpflichtung ist ersatzlos unter der Regierung Kohl gestrichen worden. Die Bahn und alle anderen pseudoprivaten Staatsunternehmen folgen nur noch dem Ziel, Dividenden zu erwirtschaften. Und unter dieser Maßgabe und fehlender Langfristigkeit ist es in der Tat ein ökonomischer Frevel, ein ständig überdimensioniertes Angebot vorzuhalten. Eektrischer Zugbetrieb - ebenfalls viel zu aufwendig und kostenintensiv. Und das wird noch schlimmer werden, wenn wie bei den Energieversorgern, das Netz outgesourct wird.


    Velgast - Barth, Züssow - Wolgast - Hafen, allesamt ehemals elektrische Zugförderung. Dabei hätte man bei letzterer Strecke sogar an Traditionen anknüpfen können, hätte man die Strecke nach Neubau der Klappbrücke in Wolgast bis Peenemünde und Ahlbeck (-Swinemünde) elektrifiziert. Schließlich fuhr bis 1945 im damals hochtechnolgisiertesten Land der Welt schon die Werkbahn Zinnowitz - Pennemünde mit elektrischer Fahrleitung.


    Hier in Berlin ist es ebenso lustig wie unfassbar, wen auf dem ehemals stärksten befahrenen Abschnitt der DR, dem südlichen BAR, DIESEL-Triebzüge von Schönefeld nach Potsdam pendeln.


    Für mich zeigt sich hier und bei anderen Entwicklungen in unserer Gesellschaft (Schulsystem, Steuerrecht uvm.), daß wir in der Gesellschaftsentwicklung materiell und konsumideel einen großen Schrit nach vorn gemacht haben. In der menschlichen und der Zukunft zugewandeten Gesellschaftsentwicklung haben wir gezeigt, daß auch der Mensch die Evolution beeinflussen kann - zum negativ Rückwärtigen. Dieses System ist veralteter und die menscheitsentwicklung behindernder, als die Gesellschaftsform der DDR, die den Sozialismus auch nur schreiben, aber nicht realisieren konnte.


    Die Geschichte hat immer wieder gezeigt, daß der Mensch ein kleines Kind ist und bleibt. er lernt nur, wenn er schmerzliche Erfahrungen macht.

    Grüße, der Ostseestern


    Justitia in suo cuique tribuendo cernitur

  • Hallo Leute,


    dieses Thema wird uns immer wieder und künftig immer mehr beschäftigen. Ich weiß nicht, wer von Euch den Mut hatte, über Weihnachten eine Fernreise mit der Bahn anzutreten. Ich hatte gestern aktuell das Problem, daß Verwandte von Dresden aus einen Flieger in Berlin erreichen mußten. Wer schon mal geflogen ist, weiß: der Flieger wartet nicht, und man kann auch nicht kostenfrei auf einen anderen umbuchen, wenn man zu spät kommt, und die Bahn zahlt auch keine Entschädigung. Also was tun: entweder hätte ich mit dem PKW nach Berlin fahren müssen - wir haben uns dann zur Variante Linienbus Dresden - Berlin entschlossen, auch nicht ohne Risiko, aber es hat geklappt, sie haben den Flieger erreicht! :-D An dieser Stelle herzlichen Dank an den Regionalverkehr Dresden :thumbsup: , übrigens eine Tochter der Deutschen Bahn :cursing: , da die Dresdner Verkehrsbetriebe als Mitbieter leider den Zuschlag nicht bekommen haben.


    Im Allgemeinen halte ich zwar wenig von der Berichterstattung von BILD und MOPO, aber anbei mal eine sehr realistische Schilderung von einem DB-Mitarbeiter, was Ihr alles hättet erleben können, wenn Ihr den Mut gehabt hättet, die Bahn zu benutzen!


    Grüße Cris


    Ein Insider packt über Zustände bei der Bahn aus

  • Hallo Cris


    das nenne ich "mehdornisiert". Wer hat die Bahn kaputtgespart. Herr Mehdorn und seine Konzernführung. Die damaligen Regierung hatten eine gewisse Mitschuld. Die DB ist ja ein Staatskonzern und die hätten dehnen auf die Finger kloppen können. Machten sie nicht sondern bekamen riesigem Boni.


    Und wer führt das Teil vom Medohrn weiter: Bahnchef Grube


    Die kann man doch alle unter ulk verbuchen.


    Hatte mal die Tage +23 gehabt, was noch milde war


    grüße Jo´hannes

  • Bekomme genau dieses Theater leider tagtäglich mit.
    Ist für's Personal nicht wirklich angenehm. Und genau die sind es welche
    die Fahrgäste verstehen wenn sie frustiert sind. Doch leider begreifen
    die wenigsten Fahrgäste, daß gerade Zub, Gastro,TF oder Service für
    diese Misere gar nichts können. Dennoch sind all diejenigen die "Bösen"


    Traurig was aus der Bahn geworden ist. Gerade dann wenn man DR und auch
    die DB ein wenig kennt...

  • Nun ja, die Berliner-Morgenpost (Springerpresse?!) schreibt zwar reisserisch, verschweigt aber auch einiges, was der ungebildete Nichteisenbahner nicht wissen kann, jedoch seine Meinung erheblich beeinflusst.


    Zu erwähnen wären nämlich die Gründe für die immens verlängerten Wartungsintervalle der ICE. Zwar schreibt die Gazette, daß das EBA (Eisenbahnbundesamt "Schuld" sei, verschweigt aber, dass die Wartungsintervalle jetzt auf fast ihrem ursprünglich festgelegten Turnusplan fußen. Erst das "Projekt Express", abgeschlossen und initiert unter gerhard Schröder, dem größten deutschen Volks (-wirtschafts) Verräter und seinem Vasallen Hartmut Mehdorn, verlängerte die Wartungsintervalle mit der Prämisse, die Kosten zu drücken und die Bilanzen zu schönen für einen Börsengang.


    Interessant finde ich aber, dass man tatsächlich die Beleihungen europäischer STAATSbahnen so direkt erwähnt, hatte man sie doch sonst immer als Zukunftsbremsen bezeichnet. Ich war und bin immer der Meinung gewesen, daß die "Privatisierung" der Staatsunternehmen wie Post, Bahn, in Teilen sogar der Polizei einer der größten Fehler in der Politik und Wirtschaft unseres Landes ist. Wettbewerb ist nicht wirklich entstanden - das war auch nicht das Ziel. Das Ziel war Gewinne zu erhöhen und das Lohnniveau zu drücken. Menschen wie hans Olaf Henkel, Dieter Hundt, Franz Müntefehring, Wolfgang Clement usw. usf. gehören allesamt vor den Kadi, am besten so wie Putin Chodorkowski aburteilen ließ.


    Aber - bei uns in Deutschland ist die Korruption - ups, 'tschuldigung, wie haben ja ein schöneres Wort für die Perfektionierung der Korruption, der Lobbyismus etwas mehr ausgeprägt.

    Grüße, der Ostseestern


    Justitia in suo cuique tribuendo cernitur

    Edited 2 times, last by Cris ().

  • @ ostseestern,


    deine letzten beiden beiträge.... da kann man nur zu 100% zustimmen.
    In diesem Land regiert nur noch das kapital. Zumal ja bewiesen ist das Deutschland eines der korruptesten Länder der Welt ist.......
    Und das soll schon was heißen. :evil:
    Wenn man nur das Bildungsystem Chaos betrachtet und das mit dem der DDR vergleicht dann kann man nur sagen das der Westen sich da ne Riesen Scheibe von Abschneiden könnte.
    Im Pisa Test kann man ja sehen wo Finnland liegt....... 8o


    Zur Bahn mal eine Frage an Dich all Wissenden.... (keine Ironie) nur Hut ziehen.... ;)


    Wo ist das ganze Wagenmaterial geblieben? Ist das verkauft oder Gammelt das auf den Abstellgleisen von Mukran vor sich hin?
    Ein Kumpel von mir war mal da...... der hat nur mit dem Kopf geschüttelt.... optisch neues Wagenmaterial gammelt da auf Abstellgleisen vor sich hin......
    Vorallem wenn man bedenkt das dies alles mal der Steuerzahler geblecht hat. :cursing:


    Meine Frau war übrigens ende November mit der Bahn unterwegs. Der erste Zug hatte +60 uder zweite +65 :D
    Alle natürlich in den ersten.....
    Und was macht die Bahn? Ja klar sie vergibt die Reservierungen doppelt. Klasse nicht war.... :eek:
    Also musste sie stehen von Osnabrück bis Dortmund......


    Genau so das S-Bahn Chaos.... War das zu DDR Zeiten jemals so schlimm? Trotz Materialknappheit?


    Gruß Jens

  • Hallihallo,


    die unecndliche Geschichte, möchte man titeln.


    Zu deiner Frage nach dem Verbleib des Materials. Meintest Du das aus dem Anlage- als auch Umlaufvermögen der DR, so sei Dir gesagt, daß gut 60% des Güterwagenmaterials und ca. 1/3 des Reisezugwagenmaterials bereits kurz nach der Vereinigung beider deutschen Bahnen verschrottet wurde. der Rest ging als Geschenk (!!!) an ehemalige Bruderländer und wurde in eurasische Schwellenländer verschoben.


    Recht hast Du, was die Eigentumsverhältnisse betrifft: Natürlich ist Volkseigentum im wahrtsen Sinne des Wortes illegal verkauft oder vernichtet worden. Selbst Abschreibungen wurden erst der neuen DBAG gewinnmindernd angerechnet. Die DB hatte Ende der 80er Jahre einen großen Mangel an Lokomotiven. Teils aus Überalterung, teils aus dem Unvermögen der jeweils herrschenden Legislativen heraus, die DB mit einer konstruktiven und zukunftssicheren Verkehrspolitik als erfolgreiches Staatsunternehmen zu führen.


    Zwar war die DR (nach Einführung der DM und 1:1-(!!!)Umstellung der Bücher) nach damaliger tagesaktueller Liquiditätsrechnung salopp gesagt pleite (und der Pöbel in Ost und West glaubte dies auch), aber nach Aufrechnung aller mittel- und langfristigen Forderungen und natürlich auch Verbindlichkeiten, wies die Bilanz volle Solvenz aus.


    Wer seinen durch die deutsche Politik, Wirtschaft und gleichgeschaltete Medien vernebelten Horizont etwas erweitern möchte, dem empfehle ich folgendes Buch: Was war die DDR wert? Und wo ist dieser Wert geblieben? Versuch einer Abschlußbilanz von Siegfried Wenzel

    Grüße, der Ostseestern


    Justitia in suo cuique tribuendo cernitur

  • Hallo Ostseestern,


    Danke für deine Ausführungen. :thumbsup:
    Ja so etwas in der Art dachte ich mir schon.


    Mit dem Buch liebäugle ich schon eine Weile hab es mir aber noch nicht gekauft.
    Vor einer Weile kam mal ein Bericht .... ich glaube der hieß "Ausverkauf der DDR". Bin mir jetzt aber nicht sicher.
    Da ging es um das Kältegerätewerk in Berlin.
    Die Auftragsbücher waren voll wohl gemerkt. Nebenbei erwähnt waren die die ersten die den FCKW freien Kühlschrank entwickelt haben.
    Die hatten laut Aufzeichnung eine kapitaldecke vom 163 Mio DM dagegen standen Schulden in Höhe von 32 Mio. DM Und dann hat man ganz akribisch erklärt wie man es schaffte diesen Betrieb in die Pleite zu treiben.
    Also wenn die DDR Pleite war dann heiße ich Erisch Hodenecker. :D


    Ok, BTT......


    Du sagst die DB hatte einen veralteten Lokpark. Dann haben die also schon vorher genau so gewirtschaftet wie heute?? Frage ich als wirtschaftlich nicht so bewanderter......
    Ich kann mich da an eine kleine Geschichte erinnern. Ich bin ja ein gnadenloser DR Bahnfahrer gewesen. Kurz nach der Wende haben wir einen Ausflug nach Westfalen Lippe gemacht. Das war ein zweiwöchiger Lehrgang.
    Ok, ich kannte ja nur Halberstädter, Rekowagen der verschiedenen Typen ect. und die waren ja auch meistens sauber. Ich jedenfalls konnte nicht klagen. So, ab Ostbahnhof mit nem ICE fand ich cool. Das erste mal mit nem ICE fahren. Wie das so ist......
    Fazit der ICE fahrt..... "wie kann man nur so unbequeme Sitze haben" :lol:
    Dann ging es mit ner Regionalbahn weiter. Kannte ich nicht, ich kannte nur Personenzuge. Ok dachte ich.... wird das gleiche sein......
    Dann kam der Zug...... Was soll ich sagen.... so hässlich angeschmierte und dreckige silberlinge hab ich noch nie gesehen. Ich war damals froh als ich da wieder draußen war. Vor allem die waren innen noch schlimmer als draußen. Und auf Klo konnste garnicht gehen........ Das war mein erster Kontakt mit der DB. ;)
    Zur DR sei gesagt.... das die Pleite war lag ja nicht nur am Wirtschaften sondern an auch der Ölkrise und an den Alkalischwellen.
    Das waren so Dinge die der DR wirtschaftlich das Rückrad gebrochen haben. Es mag da das eine oder andere noch gegeben haben aber das waren wohl so die schwersten Ereignisse die die DR über sich ergehen lassen musste.
    Von den viel zu schweren Russendamen mal ganz abgesehen. Mit den Kutschen hat sich der Ivan nur die Bilanzen poliert.
    Die DDR war sehr wohl in Lage bessere Lok´s zu Bauen..... wenn sie denn gedurft hätten......


    Das soll aber nicht heißen das ich die kurven dieser Damen nicht mag. :D :lol:


    Gruß Jens

  • Hallo Jensen


    so eine schöne große Russenlok. Das macht noch Spaß :D :D . Mit ihren wunderbaren Geräuschen und Gerüchen aus 2200 kW Motorenleistung beim anfahren mit 2000 t am Haken. So was ist zu 95% unersätzlich kaputt gegangen durch die Lokumbauten der Bahn auf Caterpillarmotoren in vielen Loks :evil: :evil: :evil: und durch Einbau von Schalldämpfern. Ich hatte in meinem ganzen Leben bisher einmal das Vergnügen einen richtigen DR Russen (BR 232/132 DR) zu hören. Das war ein Ohrenschmauß vom feinsten :D :D :D :D .


    Ich selber als kleiner Bub, kannte noch Reichsbahn Betrieb in meiner Heimatstadt Dippoldiswalde. Wir waren mit der Weißeritztalbahn Dampflok Rückzuggebiet für Schmalspurloks auf 750 mm Spurweite (es gab aber noch andere Strecken wie Fichtelbergbahn.Lößnitzdackel,SOEG). Damals waren das andere Gerüche als heute. Wenn ich heutzutage auf meinen eigenlichen Heimatbahnhof komme, richt es steril. Nicht mehr nach Dampflok so richtig ;( ;( . Das hat die Bahn AG mit Herrn Mehdorn, die Landesregierungen (die korrupt sind, wie die Staatsregierungen der neuen BRD :!: :!: :!: :!: ) alles den Bach runter gehen lassen und kaputt gemacht und sterilisiert. Man wollte es in eine "Museumsbahn" umwandeln. Das Ende wäre gewesen, dass einmal im viertel Jahr 2/3 Züge gefahren wären und zu Feiertagen. Hierbei bin ich glücklich dass die Bahn privatisiert worden ist und es Planmäßigen Dampfbetrieb!!!!!! wieder gibt.


    Thema Winter:


    Die Regierung hat glaube im Oktober gepredigt dass diew Bahn sich auf den Winter vorbereiten solle. Der Wínter kam und was war ... Zugausfälle und Zugverspätungen bis zu 9/10 Stunden im Fernverkehr, Regionalverkehr bis zu 1 Stunde. Und das nur in der Direktion Erfurt (wir haben auch hochwertige Fernreisezüge wie 2 CNL Zugpaare nach Zürich HB sowie umgekehrt nach Berlin Lichtenberg und Praha hl.n. und einmal pro Woche einen ICE nach Interlaken Ost in die Schweiz). Ich frag mich wie das sein kann, wenn man genau weiß dass der Winter kommen wird und das er hart werden kann, wie dan sowas wieder zu Stande kommen kann. Letztes Jahr um die Zeit wars doch ähnlich von den Situationen her. Da frage ich mich auch wo die ganzen Reservegarnituren die man hatte alle hingekommen sind: Schrottplatz?,Ausland? oder wohin???? oder gibt es sie irgendwo und die Bahn nutzt sie einfach nicht, wobei ich es ihr zutrauen würde,.


    Ich glaube schon lange nicht mehr an den Staat und sein Eisenbahnwesen


    grüße Johannes

  • Hallo,


    die "unendliche Geschichte" ist um ein weiteres Kapitel reicher. In Sachsen wurde der Bahnbetrieb auf einzelnen Strecken komplett eingestellt. Grund: Fahrzeugmangel.
    Auf der Dresdner S-Bahnlinie S3 fährt schon seit Tagen so gut wie nichts mehr. Das Pikante daran: die Bahn versuchte anfangs, sich um klare Informationen herumzumogeln, u.a. da man zuvor eine Kundengarantie mit finanziellen Rückerstattungen versprochen hatte und diese nun nicht zahlen will.


    Ich lege aber Wert auf seriöse Berichterstattung. Nicht die Eisenbahner sind es, denen die Kritik gilt, sondern die Nieten in Nadelstreifen!


    Lest dazu die Beiträge aus der Sächsischen Zeitung von heute.


    Die Bahn kapituliert vor dem Winter
    Prosit Neujahr, Prost Mahlzeit!


    Grüße Cris

  • Hallo Cris,


    erst heute gab es eine bzw. mehrere Nachrichtenmeldungen das die Bahn zukünftig auch im Schnellzugverkehr Dosdos einsetzen wird. Grund: Fahrzeugmangel an IC-Wageneinheiten. Ist ja auch clever denn bald werden einige Dosdoseinheiten frei , denn einige RE-Strecken werden ja bald von privaten Unternehmen bediehnt. Die Privaten sind ja auch diejenigen die auf der Innotrans gekauft haben, die Bahn gibt kein Geld aus.


    16 Einheiten hat die Odeg bestellt.


    [Blocked Image: http://srv035.pixpack.net/20110113181955442_qojcphvusd.jpg]



    Stadler DOSTO, Version ODEG


    Anzahl:
    16 (vierteilig)


    Hersteller:
    Stadler Pankow GmbH


    Baujahr(e):
    ab 2012


    Achsformel:
    2'Bo'+2'2'+2'2'+Bo'2'


    Spurweite:
    1435 mm


    Länge über Kupplung:
    105.22 m


    Höhe:
    4,63 m


    Breite:
    2,80 m


    Leermasse:
    205,8 t


    Höchstgeschwindigkeit:
    160 km/h


    Anfahrzugkraft:
    200 kN


    Beschleunigung:
    0,63 m/s² bis 80 km/h


    Sitzplätze:
    1. Klasse: 24
    2. Klasse: 404


    Fußbodenhöhe:
    440 mm bzw. 2151 mm über SO


    Klassen:


    1. und 2. Klasse



    Nach dem "Flirt" nun der "KISS
    Ich habe Ihn gesehen auf der Innotrans . Obwohl ich der Meinung bin das 4teilig bischen knapp sind- die gibt es auch 6teilig wäre wohl besser für einige RE-Strecken.


    Gruß Guppy

  • Hallo Guppy,


    das ist alles sehr schön, vor allem für die Region Görlitz. Mir geht nur immer wieder eines durch den Kopf. Diese Fahrzeuge sind bisher mehr oder weniger im Nahverkehr gefahren. Jetzt sollen sie teilweise sogar als ICE-Ersatz fungieren. D.h. auf Augenhöhe mit schnellfahrenden Zügen, selbst für 160 zugelassen.
    Vor vielen Jahren habe ich mal eine Vorlesung gehört, was mit solchen Wagen im Falle eines Crashs passiert, bis in alle Einzelheiten. Sicher wird man dort etwas getan haben, aber das Grundkonzept bleibt, Dosto bleibt Dosto. Wenn dort etwas passiert, dann Gnade uns Gott!


    Grüße Cris

  • Hallo Chris,


    ja, ich teile Deine Aussage zu 100%. Aber es ist wieder typisch. Über Jahrzehnte gewachsene Strukturen, teilweise untermauert durch sehr schmerzhafte Erfahrungen (niemand erfindet gesetze und technische Auflagen um jemanden zu ärgern) werden für frühkapitlistisches Renditedenken geopfert. Es stellt sich dann auch immer wieder die Frage, waren unsere Vorväter wirklich zu dämlich, selbst in den 20er/30er Jahren, dass sie dort nicht schon, der Gewinnmaximierung wegen, Doppelstockzüge eingesetzt haben???!!!


    Aber Dosto hin oder her. Es geht ja um etwas ganz anderes, viel größeres. Alles ist politisch so gewollt. Die Bahn hat im Güterverkehr des Jahres 2010 wieder etliche Frachtkilomter an die Straße verloren - warum? Politisch gewollt und unterstützt von der Güterkraftverkehrslobby - Grube, Ramsauer usw. Daß die DB Ausschreibungen verliert - gaaanz großes Kasperle-Theater für das dumme Volk, daß den Phrasen von Mutti und Illner lauscht.


    Die Bahn "verliert" die Personenverkehrskilometer an "private" Mitbewerber. Nun ja, was ist privat? Wer ist Eigentümer dieser EVU's? Und welchen Sinn haben sie?


    Ganz einfach: Preise drücken und Verantwortungen auflösen. Werden Sicherheitsstandards nicht gehalten oder werden Leistungen nicht erbracht - der Staat und sein Staatsunternehmen stehen nicht in der Verantwortung. Früher teure Dienstleistungen werden nun günstiger erbracht - über niedrige Personalkosten! Und nebenbei zersplittert man die einst große und gut organisierte Belegschaft, so daß es sich nicht mehr lohnt bzw. auch kein ausreichendes Streikgewicht mehr vorhanden ist, bei nur noch 20 oder 500 Beschäftigten mit befristeten Verträgen. Und Gewerkschaften? Die gründen sich die Unternehmen gleich selbst. Und wer in diese nicht eintreten und z. B. aus der GDL austreten will, der bekommt die nächste betriebsbedingte Kündigung.


    Also - Dostos zu den Privaten, irgendwann auch die ICE's. Und noch ein paar Jahre weiter (20?), dann rechnet sich für den Staat die "Beteiligung" an dem Staatsunternehmen Zukunft ähm DB AG nicht mehr und dann werden auch die Rumpfgeschäfte den privaten übertragen. Das war's dann.

  • Hallo zusammen,


    ich habe mein Büro aufgeräumt und zum Vorschein kam auch ein Zeitungsartikel aus der OZ (Ostseezeitung). Das ehemalige Zentralorgan der SED im Bezirk Rostock, Schwerin und Neubrandenburg und heutiges Verbundsunternehmen der Springer-Gruppe hat die Kunst der Oberflächlichkeit nahtlos fortgeführt. Die Bezeichnung "strategische Reserve der DB", im Zusammenhang mit "seit acht Jahren" abgestellt, passt irgendwie grammatisch nicht. Und "die Loks sind aus sowjetischer Produktion für die ehemalige Deutsche Reichsbahn", da vermisse ich zumindest zwei Zahlen: Abschreibungsummen und Restwerte.


    [Blocked Image: http://th2.bilder-hochladen.tv/KQXthDLO.jpg]

    Grüße, der Ostseestern


    Justitia in suo cuique tribuendo cernitur

  • Quote

    Wenn ein Lokführer mit 2,0 Promille einen Reisezug führt, besteht für die Reisenden keine Gefahr.

    Aussage eines Bahnsprechers zum aktuellen Vorfall auf der Strecke Berlin-Hamburg; gerade in den Radio-Nachrichten gehört.
    Ich denke, das kommentiert sich selbst ...


    Notbremsung im Havelland: Betrunkener Lokführer hatte zwei Promille


    Grüße Cris