Guten Tag miteinander!
Irgendwie begann alles Ende der 70er-Jahre: Mit Umsetzung des Konzepts "IC '79" ab Mai 1979 wurde die zweite Klasse in InterCity-Zügen etabliert. Die innovativen Triebwagen der Baureihe403/404 (Spitzname "Donald Duck") boten allerdings nur ein erstklassiges Reiseangebot an, so dass über Nacht die bisherigen Einsatzgebiete schwanden. Zu jenem Zeitpunkt waren die Züge gerade einmal fünf Jahre im Planeinsatz gewesen. Anfang der 80iger Jahre fand sich dann ein neues Aufgabengebiet: Der "Lufthansa-Airport-Express" (LHA) verkehrte zwischen 1982 und 1993 als Alternative zu Kurzstreckenflügen auf "Flughöhe Null" und war eine Kooperation der Deutschen Bundesbahn und der Lufthansa. Zu diesem Zweck wurden die Züge der Baureihe 403/404 im Sinne der Lufthansa außen und innen umgestaltet und verkehrten zwischen Düsseldorf und Frankfurt. Während Triebfahrzeug- sowie Zugführer von der Deutschen Bundesbahn gestellt wurden, war der Bordservice Aufgabe des Personals der Lufthansa. Mit einem Bahnticket konnte in diesen Zügen nicht gereist werden - hierfür war ein Flugschein erforderlich. Rückläufige Fluggastzahlen bei der Lufthansa, höhere Mietforderungen der DB sowie die anstehenden kostspieligen Hauptuntersuchungen für diese Splittergattung beendeten Mitte 1993 die Kooperation. Die Baureihe 403/404 wurde abgestellt und zum August 1995 ausgemustert. Für die Fahrzeuge begann nachfolgend eine Odyssee - meist verrotteten die Züge auf irgendwelchen Abstellgleisen. Eine teilweise Wiederherstellung für andere Einsatzzwecke, die wohl eher einem Neuaufbau gleichen dürfte, wurde zwar begonnen, aber bisher nicht vollendet.
Die Abenddämmerung bricht am Dienstag, den 26.11.1991 herein - ein novembriges "grau in grau" begleitet den ganzen Tag. Mit dem IC 1007 (oder laut Flugplan: LH 1007 - im Kursbuch der DB taucht diese Verbindung konsequenterweise nicht auf) steht die abendliche Lufthansa-Relation auf "Flughöhe Null" zwischen den Flughäfen Düsseldorf und Frankfurt im Dienstplan.
Auf einem Abstellgleis wartet bereits die Chimäre aus graziösem Kranich und tollpatschiger Ente auf ihren Einsatz. Die Route WupperExpress 12 passt zeitlich nicht so ganz in die 90iger Jahre - so ist in unmittelbarer Nähe des Abstellgleises der erst 2000 in Betrieb genommene oberirdische Bahnhof Düsseldorf Flughafen zu finden. Gleiches gilt auch für die Gleisbelegung in Bahnhöfen: Häufig weichen die Gleispläne und möglichen Fahrstraßen im WupperExpress vom Vorbild ab. Wie so oft ist ein gerüttelt Maß an Toleranz und Nachsicht bei der Wiedergabe des originalen Bahngeschehens von Nöten!
Im Führerstand angekommen wird erst einmal die Arbeitstasche abgestellt. Das Fahrpult zeigt noch keine Regung, die Flugente schläft noch, wird aber nun gleich geweckt… Das Cabview wurde letztmalig 2010 von German Railroads renoviert und man sieht es ihm auch durchaus an: Also wird zunächst erst einmal der verstaubte Fahrtisch poliert! ![]()
Jetzt kann der Triebzug aufgerüstet werden: Sobald der Stromabnehmer an der Oberleitung anliegt, schlägt der Spannungsmesser aus. Der Hauptschalter wird eingeschaltet und ein dumpfer Wumms quittert den Vorgang. Nun noch den Zugstrom zuschalten und die elektrischen Komponenten sind in Betrieb. Sobald mit dem Richtungswender die Fahrtrichtung gewählt wird, leuchten die PZB-Leuchtmelder auf (zwar gibt es in unserer Simulation keine vorbildgerechte PZB-Funktionalität, aber stattdessen werden die Signalbegriffe "Halt" sowie "Langsamfahrt" des nächsten Signals visualisiert). Gleichzeitig wird zwar auch der Monitor für LZB-Fahrten eingeschaltet, er wird aber während der Fahrt inaktiv bleiben: Weil die LZB in der Vergangenheit nicht stabil betrieben werden konnte, ist die Höchstgeschwindigkeit der LHA-Verbindungen auf 160 km/h beschränkt. Nun noch das Zugschlusssignal einschalten und angesichts der hereinbrechenden Dunkelheit wird auch noch das Spitzensignal zugeschaltet. Letzteres dient nicht der Ausleuchtung des Fahrwegs, der entstehende Lichtschein ist bewusst diffus gehalten… Bremse lösen, der Zug ist fahrbereit und noch ein Blick auf die Uhr - es sollte gleich losgehen!
Der Kollege der vorausgehenden LHA-Fahrt IC 1004 hat den Triebzug punktgenau abgestellt: Genau drei Meter Distanz bis zum Signal, da bleibt nur der Blick aus dem seitlichen Führerstandsfenster zur Signalbeobachtung: Noch keine Ausfahrt aus dem Abstellgleis - das wird Schnelligkeit und Athletik im Düsseldorfer Flughafenbahnhof (Terminal) erfordern, um angesichts der kurzen Wendezeit von einem zum anderen Führerstand zu spurten...
Gruß EGZ