Hallo virtuelle Triebfahrzeugführer,
nach etwa 3 Stunden 40 Minuten hat der "Hangartner" (IKE 50254) einen Zwischenhalt in Karlsruhe Gbf eingelegt. Nun ist es an der Zeit, die Ärmel erneut hochzukrempeln…
So stellte sich die Situation bei der Ankunft dar. Zügig wird die Lok abgerüstet, um sich anschließend ein wenig die Beine zu vertreten.
Keine 20 Minuten Aufenthalt sind vergangen - schnellen Schrittes wurde die örtliche Kantine aufgesucht und ein Kaffee am Automaten gezogen. Währenddessen hat die örtliche Signalmeisterei-Kolonne ganze Arbeit geleistet: Die Zeit der Formsignale ist vorbei, ab sofort gelten die neu aufgestellten Lichtsignale. Diese Arbeitsleistung dürfte zweifellos einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde verdient haben! ![]()
Das Smartphone als stetiger Wegbegleiter war an diesem Mittwoch, den 14. Mai 2003 noch nicht einmal erträumt, stattdessen ist die Spiegelreflexkamera samt zusätzlicher Ausrüstung mit dabei. So entstehen auf dem Rückweg noch einige Schnappschüsse vom mittäglichem Treiben in Karlsruhe. Kaum zurück im Führerstand kündigt der Fahrdienstleiter auch schon die Ausfahrt an, also schnell die Lok wieder aufrüsten, um die nächste Etappe der Schicht zu absolvieren. Das Ziel lautet: Mannheim-Friedrichsfeld!
Sobald die Hauptstrecke erreicht ist, eilt auch schon der EC 7 entgegen, der den Zugnamen "Rätia" trägt. Die Lok der Baureihe 101 befördert den aus schweizerischen Wagen gebildeten Zug durchgängig von Hamburg-Altona bis Basel SBB. Das schmucke "Agfa"-Werbekleid trug die 101 115 nur noch wenige Tage bis zum 20. Mai.
Während ein Güterzug in Blankenloch auf Überholung wartet, naht eine Doppeleinheit der Baureihe 612 "RegioSwinger", die bald in Karlsruhe Hbf ihr Ziel erreichen wird. Noch darf diese Baureihe bogenschnell verkehren, erst im Sommer 2004 stellt das Eisenbahn-Bundesamt Mängel an den Radsätzen fest und verbietet vorläufig den Einsatz der Neigetechnik.
Der RE 4 verbindet die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz mit dem badischen Karlsruhe, nimmt aber dafür nicht den kürzesten Weg, sondern wählt die Relation über Ludwigshafen (Rhein) Hbf - Schifferstadt - Speyer Hbf - Germersheim - Graben-Neudorf. Die Elektrifizierung der Streckenabschnitte zwischen Schifferstadt und Graben-Neudorf beginnt erst Ende 2003, erfolgt in mehreren Teilschritten und wird bis Ende 2011 andauern, so dass die Baureihe 612 dort noch etliche Jahre dieselt.
Die Staubbehäterwagen der Bauart Ucs909 wurden bereits in diesem Beitrag vorgestellt. Der Zugverband erreicht gerade Graben-Neudorf als der IKE 50254 mit lautem Getöse durch den Bahnhof scheppert. Die Anregung für einen solchen Staubguttransport in jener Region stammt übrigens von diesem Vorbildfoto bei Waghäusel. Dort gab es in vergangener Zeit auch eine Zuckerfabrik, so dass dieser Waggontyp dort durchaus öfter anzutreffen war - in 2003 war jene Fabrik aber schon seit etwa acht Jahren geschlossen…
Ein wenig mulmig wird einem bei der Vorausschau auf den möglichen Fahrweg: Geradeaus wäre ungünstig - das Gleis belegt immer noch ein entgegenkommender Kesselzug! Dessen Zuglok ist 140 450, ein Einzelgänger hinsichtlich des äußeren Erscheinungsbildes: Die Loknummer im Kontrastbalken an den Fronten und das Railion-Logo der ersten Generation an den Seiten (kleines blaues Viereck am Railion-Schriftzug links unterhalb des "R" - in der zweiten Ausführung wanderte dann das blaue Viereck an das andere Ende des Schriftzugs unter das "N") - das hatte keine andere Lok dieser Baureihe zu bieten.
Ich bin überzeugt davon, dass der Fahrdienstleiter alle Fahrstraßen im Griff hat, so dass demnächst der Bericht fortgesetzt werden kann… ![]()
Gruß EGZ